Ostern im Waldviertel

Der Frühling im Waldviertel schreitet fort, die Osterglocken blühen und auch die Märzenbecher sprießen (die im Waldviertel eigentlich auf Aprilbecher umgetauft werden sollten). Bei uns im Garten allerdings weniger. Dieser ist zum Großteil noch eine Baustelle. Wir sehen dem Gras beim Wachsen zu. Grundsätzlich kommt mir vor – wenn ich den Garten meiner Mutter im südlichen Niederösterreich vergleiche – dass wir im Waldviertel immer 3 Wochen später dran sind. Außer mit dem Herbst: der kommt bei uns 3 Wochen früher.

Ostern steht bevor und ich glaube es wird dieses Jahr spurlos an mir vorbeigehen. Es sind nur noch 3 1/2 Wochen bis zum errechneten Geburtstermin von Zenzi.
Zuerst hatte ich wochenlang die Nestbauphase. Diese hätte ja gut zu Ostern gepasst, wenn ich lauter bunte Oa in das Nest gelegt hätte, aber Windeln und dergleichen schienen mir dann im 1. Moment doch sinnvoller. Jetzt wo ohnehin so viele Eier verkauft werden, muss ja irgendwer auch Oa spo’rn.
Außerdem fühle ich mich derzeit den Hamstern näher als den Hasen. Ich muss Vorräte schaffen: Essen einlagern, einkochen, einfrieren. Noch schnell backen lernen… Ja, ich weiß. Dass man nicht backen kann ist für hier heroben eher untypisch, weil man zum Kaffee ja im Idealfall a söba bochane Möspeis serviert. Der armen Zenzi kann ich ja so etwas in Zukunft nicht vorenthalten, in der Hoffnung, dass sie nicht die Fetteinlagerungsgene von mir und Herbert geerbt hat.

Kurz bevor man selber Kinder bekommt, erinnert man sich wieder daran, wie man selbst noch ein Kind war. Gerade fällt mir ein, wie meine Mutter mir gestanden hat, dass es kein Christkind gibt. Meine Reaktion darauf war: „Aber den Osterhasen gibt es schon, oder?“

Da mein kindlicher Glaube an den Osterhasen einmal so stark war, möchte ich ihm heute dieses Volksgedicht widmen, dass wirklich gut ins Waldviertel passen würde:

Liebes Häschen

Liebes Häschen, willst du morgen
uns für Ostereier sorgen?
Liebes Häschen, bringe bald
bunte Eier aus dem Wald.

Weiches Moos und grüne Ästchen
holen wir für dich fürs Nestchen
und daneben legen wir
Gras und Klee zur Speise dir.

Und der Hund muss an die Kette
und wir Kinder gehen zu Bette,
dass dir niemand Bange macht,
wenn du leise kommst zur Nacht.

Volksgut

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.