Bücher, Niavarani und Tee

Ich habe es wieder getan. Ich weiß ich sollte es nicht tun. Nun gut – vielleicht hin und wieder. Ab und an macht es ja nichts. Aber manchmal kann ich nicht anders.

Ich habe Bücher bestellt. Ich kann es nicht lassen. Ganz schlimm wird, es wenn ich eine Krise habe. Da überkommt es mich. Ich glaube mein Rekord liegt bei 10 Büchern während einer 2-wöchigen Krise. Andererseits denke ich dann wieder, dass es doch wichtig ist die regionale Wirtschaft hier im Waldviertel zu unterstützen. Die Buchhandlung in Gmünd muss ja schließlich auch von etwas leben. Ich habe daher nach den ersten 6 Monaten, die ich hier verbracht habe, meine Buchhändlerin gefragt, ob sich seit meiner Ankunft am Umsatz etwas verändert hätte und sie meinte: „Ja er ist um 70% gestiegen!“

Den Büchern habe ich ja auch eine steile Karriere zu verdanken, die ich direkt nach meinem Studium der Biachln (=Literatur) beschritten habe. Mit „steil“ meine ich natürlich steil nach unten. Michael Niavarani beschreibt dies sehr treffend in seinem Kabarettprogramm Enyzklopädia Niavaranica als er über akademisch ausgebildete Schauspieler spricht: „Die 3 A-s der österreichischen Schauspielkarriere: Ausbildung, Auszeichnung, AMS!“ Umgelegt auf Literaturwissenschaftler könnte man es auch folgendermaßen beschreiben: Man entwickelt sich von von AE zu AA – von ausgezeichnetem Erfolg in Richtung arbeitslose Akademikerin. Aber ich habe die Liebe zu Büchern nie verloren. Vor allem löste die lange Arbeitslosigkeit natürlich eine Lebenskrise aus – das heißt ich musste natürlich auf den Schock hinauf noch mehr Bücher kaufen.

Bücher gibt es einfach zu jedem Problem und es gibt mehr als ich lesen kann. Auch an diesem Punkt lassen sich Niavarani / Gernot gut zitieren. In Musterknaben beschwert sich Gernot, dass Niavarani originalverpackte Bücher in seinen Regalen liegen hat, von denen man nie weiß, ob er sie noch jemals lesen wird. Das trifft auch auf mich zu. Liegt es an den halb-persischen Genen? Auch diese teile ich mit Herrn Niavarani und er verdient mein tiefstes Mitgefühl. Ihr könnt mir glauben: Diese Mischung an Genen ist nicht leicht! Abgesehen von dem Zwang massenweise Bücher zu kaufen (und teilweise dann auch zu lesen) kommen diese Momente hinzu, wo man plötzlich wieder zu pubertieren beginnt und es nicht lassen kann obszöne Witze zu machen, um anschließend zu kichern wie ein kleines Mädchen. Ganz schlimm ist es, wenn ich betrunken bin. Bevor ich mich entschlossen habe Kinder in die Welt zu setzen, musste ich noch schnell meinen Met vom letzten Eggenburger Mittelalterfest austrinken. Da ich ja auch musikalisch veranlagt bin, führte dies zu später und feucht fröhlicher Stunde dazu, dass ich die halbe Diskografie der Hinichen zum Besten gegeben habe (die Texte kann ich noch aus der Zeit meiner Pubertät auswendig). Meine einzige Ausrede für dieses Verhalten: Man muss die österreichische Kunst und Kultur eben manchmal hoch halten.

Mein lieber Göttergatte hat so seinen Spaß mit mir. Er amüsiert sich köstlich über meinen Gesang und Bücherkauf-Wahn. Und über meine Tee-Lade. Ich habe ein ernstes Tee-Problem. Mein Mann würde jetzt sagen: „Nein, du hast ein Problem ohne Tee!“ Immer wenn ich einen neuen Tee kaufen will sagt er: „In deiner Lade ist doch gar kein Platz mehr!“ Aber das stimmt nicht, ich finde immer Platz für einen neuen Tee. Im Waldviertel ist es aufgrund der Auswahl toller regionaler Bio-Tees noch schlimmer geworden. Aber in Wahrheit macht das nichts und wisst ihr warum? (Ihr habt 30 sec zum Raten……………)

Die regionalen Bio-Teeproduzenten im Waldviertel müssen schließlich auch von etwas leben! Damit sind wir wieder am Anfang und das ist der Anfang vom Ende. Ich bin ein Vorbild für regionale Wirtschaftsförderung im Waldviertel und eine Unterstützerin österreichischer Kunst und Kultur. Und stolz drauf.

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