Musik am Feuerwehrfest: Teil 1

Den heutigen Beitrag voll gemeiner Satire widme ich dem Schlager und der volkstümlichen Musik (von Nicht-Fans auch manchmal als „volksdümmliche Musik bezeichnet). Alle Schlager-Fans mögen mir verzeihen. Dennoch bin ich der Ansicht, dass wirklicher Humor sich dadurch auszeichnet, dass man auch über sich selbst und alles was man mag, lachen kann. Ich zum Beispiel bin seit Jahren Fan von den Bands Fall Out Boy oder Nightwish, kann aber trotzdem herzlichst, über diese 2 Verunglimpfungen lachen:

  1. Nightwish – Fishmaster:
  2. Fall Out Boy – Sugar we’re going down (Misheard Lyrics)

Mancher Waldviertler Schlagerfan, der sich jetzt die ersten 2 min dieser Videos angeschaut hat und sie dann angewidert wieder abgedreht hat, wird sich jetzt denken: „Is jo koa Wunda, doss ia da Schloger net gfoit waun se so a englisches Kotz’n’gschroa heat!“ (dt.: kein Wunder, dass ihr kein Schlager gefällt, wenn sie so ein englisches Katzengeschrei hört).

Bevor ich auf’s Land gezogen bin war ich friedlich und glücklich von Katzen und anders musikalisch schreienden Tieren  umgeben. In Neudeutsch wird die daraus entstandene Musikrichtung auch als Rockmusik bezeichnet, oder Altdeutsch: Steinmusik (Waldviertlerisch: Stamusi). Das heißt aber bitte nicht, dass Gitarren zwangsweise aus Granit bestehen müssen!!! Egal.

Ich lebte jedenfalls in einem Paradies, in dem ich zwar wusste, dass Schlager und volkstümliche Musik existieren, aber ich kannte keine Menschen, die diese Musikrichtung hören. Insgeheim glaubte ich daran, dass der Hansi Hinterseer so berühmt ist weil, weil ihn alte Leute mögen und er den Rest seiner CDs selber aufkauft. Sogar meine Oma hört sich lieber ein Violinkonzert von David Garret an, als sich den Musikantenstadl oder den Grand Prix der Volksmusik anzuschauen.

Obwohl, wenn ich mich recht entsinne begann diese Welt schon in Wien während einer Busfahrt zu bröckeln. Ich hörte wie eine alte Dame dem Busfahrer vom tollen Hansi Hinterseer Konzert in der Stadthalle erzählte: „Wir haben gerade noch Karten bekommen. Das Konzert war ausverkauft. Dort waren Leute allen Alters! Alt und Jung waren versammelt und es war wirklich schön!“ Diese Erinnerung entstieg beim Schreiben gerade meinem Unbewussten und mir wird klar wie verzweifelt ich versucht habe, die Realität zu verdrängen, die einst von der Band Wortfront so treffend in Worte gefasst wurde:

„Millionen Schlagerplatten stapeln sich bei euch daheim. Aber am Ende – typisch Österreich – will’s wieder keiner gewesen sein!“

Wortfront – Voixlied: hier zum ganz anhören auf der freien Musikplattform Neppstar:

Jaja, sogar ich hatte mal eine Volksmusikphase: Als kleines Kind hörte ich nur klassische Musik oder Volksmusik (wahrscheinlich waren unsere Urlaube in der Steiermark daran schuld), bis mein Vater mich aus diesem Zustand errettet hat und mir im Alter von 11 Jahren Pop und Eurodance näher brachte, weil er mein Gedudel nicht mehr hören konnte.

Hier im Waldviertel hören sehr viele Leute Schlager und volkstümliche Musik: Die Jungen, die Alten, die Dicken, die Dünnen, die Dummen, die G’scheiten, fast alle. Und sie stehen dazu, so wie ich zu meiner Stoamusi stehe.  Und sie fordern diese Musik sogar ein. Mein Mann war einmal bei einer öffentlichen Veranstaltung für die Musik zuständig. Da er keine Schlager auflegen wollte, versuchte er es ganz vorsichtig mit neumodischer Musik wie den Beatles….

Da dieser Blog aber wieder in einen Roman ausartet, werde ich diese Geschichte nächste Woche, wieder pünktlich am Dienstag um 10:00 Vormittag weiterzählen.

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